Samstag, 10. Dezember 2016

Das Gesicht Im Dunkeln


Nach "Das Gesicht im Dunkeln" gab es noch weitere vier Filme in der Edgar-Wallace-Reihe. Das ist heute nicht mehr nachzuvollziehen, denn außer Klaus Kinski in einer frühen Hauptrolle hat dieser Film so gar nichts zu bieten. Trotz (oder weil?) Coproduktion mit italienischen Firmen gibt es hier Tricks mit Spielzeugautos und -zügen wie bei der Augsburger Puppenkiste und die ganze Zeit über fragt man sich was das alles soll. Das liegt vielleicht daran, dass man sich nicht daran gewöhnen kann Kinski mal nicht als Schurken zu sehen. Vielleicht liegt es auch an der Synchronisation (ist das die Stimme von Louis de Funes?) oder der Unfähigkeit aller Schauspieler? Grusel oder Verwirrung kommen hier nicht auf, höchstens Langeweile. Einzig Klaus Kinski kann man hier wunderbar beobachten, wie er nach "Die blaue Hand" zum zweiten Mal eine Hauptrolle in einem Wallace-Film angeht: Der kerzengerade Gang ist etwas aufgeweicht, leider sind es auch die Gesichtszüge. Gewisse Manierismen konnte er sich auch nicht abgewöhnen (Handschuhe, Hände in den Taschen). Der Rest ist -wie gesagt- Mumpitz.

"Das Gesicht im Dunkeln"
D/I, 1969
Regie: Riccardo Freda

Sonntag, 4. Dezember 2016

Cemetery Junction

Nun ja, nachdem der erste gute Gag (über Elton John, dessen Musik aufgelegt werden soll - statt "schwuler" klassischer Musik) vorüber ist, plätschert der Film so vor sich hin. Die Geschichte (man nennt das wohl "coming of age") ist ganz nett, doch so wirklich kommt der Film nicht in Schwung. Dazu haben die Charaktere doch zu wenig Tiefgang und es gibt einige unnötige Zoten. Die durchweg wenig bis überhaupt gar nicht bekannten Hauptdarsteller machen ihre Sache gut und auch an den Leistungen von Ralph Fiennes und Emily Watson gibt es nichts auszusetzen. Tatsächlich gehören die Szenen mit Watson zu den besten im Film, doch davon gibt es dann doch zu wenige. Schade, von dem Team Gervais/Merchant kann man durchaus mehr erwarten. 

"Cemertary Junction", UK, 2010
Regie: Ricky Gervais, Stephen Merchant

Sonntag, 27. November 2016

Lügen macht erfinderisch

Eine Welt ohne Lügen! Traum oder Alptraum? Ricky Gervais versucht in seinem Film dieser Frage nachzugehen, findet aber keine Antwort. Was ziemlich witzig und abgefahren klingt kommt insgesamt ziemlich spröde rüber und ist als Kinofilm mindestens 10 Minuten zu lang. Der Film ist der beste Beweis, daß eine tolle Idee und ein paar gute Schauspieler noch lange keinen guten Film machen. 

"The Invention Of Lying", USA, 2009
Regie: Ricky Gervais

Sonntag, 20. November 2016

Wen die Geister lieben

Regisseur David Koepp hat an Blockbustern wie "Jurassic Park" oder "Spider-Man" mitgearbeitet. "Wen die Geister lieben" ist ein ganz anderes Kaliber: Eine romantische Komödie. Noch dazu mit Geistern, was immer gut für Komik ist. So auch hier, wo Ricky Gervais einen ziemlich misanthropen Zahnarzt spielt, der (nachdem er knapp sieben Minuten lang tot gewesen ist) Geister sehen kann. Und die gehen ihm gehörig auf die Nerven, noch dazu als Frank (toll: Greg Kinnear) ihn bittet den neuen Liebhaber seiner Witwe auszuspannen. 
Der Film besticht nicht gerade durch eine Fülle von Schenkelklopfern, tatsächlich ist der Humor schon fast subtil zu nennen. Die großartigen Schauspieler machen den Film zu einem Genuss, vor allem wenn es draußen regnet und einfach ungemütlich ist. Perfekt für einen Sonntagnachmittag. 

"Ghost Town", USA, 2008
Regie: David Koepp

Sonntag, 13. November 2016

The Office

Ricky Gervais ist wohl einer der lustigsten Menschen Großbritanniens, vielleicht sogar der Welt. Spätestens wenn er anfängt zu lachen (oder zu kichern) kann man sich selbst kaum noch halten, egal um was es geht. Das kann man bei seinen zahllosen TV-Auftritten im britischen Fernsehen bewundern (zu sehen natürlich auf YouTube). 

"The Office" stand ziemlich am Anfang seiner Karriere. Er spielt den Chef eben jenes Büros einer Papierhandelsfirma, überschätzt sich dabei ständig und ist überhaupt nicht eben beliebt - trotz (oder wohl eher: wegen) seiner Scherze, über die vor allem er selbst ständig lacht. Die Komik dieser Serie liegt aber eher nicht in den politisch unkorrekten Witzen, sondern in der Gestik und Mimik von Gervais (und der von Martin Freeman, der zur Zeit des Drehs ebenfalls eher unbekannt gewesen ist). Seine eher hilflosen Versuche die Stimmung aufzubessern und ein guter Chef zu sein sind schon fast mitleiderregend, aber eben nur fast. Im Grunde ist er ein Arschloch, dem folgerichtig gekündigt wird. Doch am Ende gibt es auch für ihn einen Hoffnungsschimmer.

"The Office" war die Inspiration für "Stromberg", wobei diese Serie keineswegs nur eine billige Kopie ist, sondern fast für sich selbst steht. Der größte Unterschied ist sicher die Tatsache, daß "The Office" es nur auf zwei Staffeln (sowie ein zweiteiliges Weihnachtsspecial) brachte. Die Einschaltquoten waren ursprünglich eher mies, so daß alle mehr als überrascht gewesen sind als es doch mit den Dreharbeiten zu einer zweiten Staffel losging. Gervais (der die Serie mit STephen Mechant ersann und drehte) wollte danach nicht weitermachen, ebensowenig die anderen Schauspieler. Dafür allein gebührt ihm schon Dank und Respekt. Schließlich hören die wenigsten auf wenn es am schönsten ist.

Nach gut 10 Jahren entschied sich Ricky Gervais seinen Charakter wieder hervorzuholen: Er drehte einen Kinofilm, nahm ein Album auf und ging auf Tour. Großartig.

"The Office", UK 2001/2003