Sonntag, 25. September 2016

Die Libelle



Das waren noch Zeiten als Explosionen und Drehorte weitgehend echt gewesen sind! Es gab diese Zeit und es gibt eine Reihe von Filmen die an mehreren Orten spielen, gerne auch in Deutschland, und eben dort auch gedreht worden sind. So auch „Die Libelle“, ein Drama mit Actionelementen und einer ziemlich deplatziert wirkenden Diane Keaton. Die war damals bereits oscargekrönt, doch mehrheitlich durch gefühlt 100 Filme von Woody Allen bekannt. Hier gibt sie eine Schauspielerin, die sich vom Mossad engagieren lässt um palästinensische Terroristen auszuschalten. Nebenrollen haben Klaus Kinski und David Suchet. Das macht den Film ein wenig sehenswerter, aber insgesamt stört man sich doch gut zwei Stunden an Frau Keaton. Schade drum.

„Die Libelle“, USA, 1984
Regie: George Roy Hill

Samstag, 17. September 2016

My Old Lady



Kevin Kline und Maggie Smith sind großartige Schauspieler. Doch irgendwie kommt ihr Talent in diesem Film nicht so wirklich zur Entfaltung. Die Geschichte an sich ist durchaus interessant und birgt erstaunlicherweise nicht nur Komik sondern auch Tragik. Das ist aber leider auch schon so ziemlich alles was man über diesen leicht zäh fließenden Film sagen kann. Allein Maggie Smith als Französin kommt (vor allem im Original) eher nicht überzeugend daher, was schon ziemlich nervt. Und dann sind da die im Grunde sehr komischen Szenen, die aber irgendwie überhaupt nur ansatzweise komisch rüberkommen. Ein sehr seltsamer Film! 

„My Old Lady“, UK/USA/F, 2014

Regie: Israel Horovitz

Montag, 12. September 2016

A Hard Day's Night - A Private Archive



Schon wieder ein Beatles-Buch. Schon wieder Mark Lewisohn! Aber, wie schon bei „All These Years Vol. 1“ wird der geneigte Fan auch hier nicht enttäuscht. Dieser famose Bildband beschäftigt sich mit dem ersten Film der Beatles. Neben zahlreichen wundervollen Photos (anekdotenreich kommentiert von Lewisohn) gibt es auf den ersten Seiten zunächst einen Einblick in die Entstehungsgeschichte dieses Films. Und die ist, wie so vieles in der Geschichte der fab four, ziemlich wunderlich. Heute ist es größtenteils gar nicht mehr nachvollziehbar unter welchem Arbeitsdruck die Band gestanden hat und mit welcher (scheinbaren?) Leichtigkeit sie das Pensum abgearbeitet haben. 

Ende 1963 waren die Beatles in Großbritannien ganz heißer Scheiß. In den USA dagegen sah es ziemlich mau aus. Trotzdem gelang es einen Filmvertrag (mit Option für zwei weitere Filme!) sowie die Auftritte in der publikumsstarken Ed Sullivan Show zu ergattern (auch hier gleich drei!). Im Frühjahr 1964 sollten dann die Dreharbeiten beginnen. Vorher ging es nach noch nach Paris, wo man von der ersten Nr. 1 in den USA erfuhr. In Paris (und dann während des ersten Aufenthalts in den USA) wurden die Songs für den Film geschrieben. Am 25. Februar wurden während vier Tagen neun Songs aufgenommen und am 02. März begannen die Filmaufnahmen… 

Doch diese Hektik hat dem Film bis heute erstaunlicherweise nicht geschadet. Das liegt vor allem an dem cleveren Drehbuch von Alun Owen und der Regie von Dick Lester. Er lässt John, Paul, George und Ringo sie selbst sein, garniert mit einigen großartigen (heute aber eher vergessenen) Schauspielern, die jedem mindestens eine großartige Soloszene bieten (bis auf Paul, dessen Sequenz der Schere zum Opfer fiel). Dazu kommt natürlich die großartige Musik, die den ganzen Wirbel (echt und auf Film) perfekt untermalt. Zusammen ergibt das einen netten kleinen Film der auch ein halbes Jahrhundert nach seinem Erscheinen noch eine ganze Menge Spaß macht.

Die großartigen Photos stammen aus dem Archiv von Walter Shenson, dem Produzenten des Films. Martha und Bruce Karsh haben den Nachlass Shensons gekauft und stellen ihn nun (sie selbst sind große Fans der Beatles) der Öffentlichkeit zur Verfügung. Danke!



Mark Lewisohn – A Hard Day’s Night, A Private Archive, Phaidon Press (2016)