Montag, 10. Dezember 2012

Hannelore Hoger (09.12.12)


Hannelore Hoger ist leicht verschnupft. Kein Wunder - der Winter ist hereingebrochen und sogar in Bielefeld liegt etwas Schnee. Doch das kann einen echten Profi nicht abschrecken und so unterhält Frau Hoger ziemlich genau zwei Stunden lang mit teils köstlichen, teils traurigen und manchmal auch nachdenklich stimmenden Abschiedsbriefen von Frauen. Diese liest sie natürlich nicht nur vor, sie spielt sie. Sitzend. Allein durch Mimik und Stimme (herrlich verraucht: die Dietrich!). Unterstützt wird sie von Siegfried Gerlich, der am Flügel immer wieder kleine Atempausen schafft. Unaufdringlich spielt er Chopin oder Debussy, die Hoger wippt dann und wann dazu mit den Füßen. 
Im zweiten Teil kommen Texte von Kurt Tucholsky zu Gehör, wieder wunderbar vorgetragen. Die Zugabe sollte dann dem großen Humoristen Loriot vorbehalten sein. Doch nach der Hälfte von "Der Feierabend" (Stichwort: "Du sitzt da?") geht es nicht weiter, ein Zettel fehlt. Da amüsiert sich nicht nur das Publikum, auch Frau Hoger wird durch diesen Fauxpas zu einem herrlichen Lachen geleitet. Ersatz ist indes schnell gefunden: "Das Ei" - ebenfalls von Loriot. Köstlicher hätte der Abend kaum enden können. Schnupfen hin oder her.

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