Freitag, 20. September 2013

Faith Erin Hicks²

Auf Faith Erin Hicks bin ich durch "Friends With Boys" aufmerksam geworden. Dieser Bildroman wurde zunächst online veröffentlicht und kam 2012 schließlich in gedruckter Form auf den Markt - meines Wissens nach bisher nicht auf Deutsch (Hallo, Reprodukt!). Man kennt das ja: Über das Zwischennetz gelangt man schließlich zur Website und/oder dem Blog des Autors und stößt auf eine wundervolle kleine Welt voller Bilder und Geschichten. So auch hier: Die Abenteuer von Superhero Girl (die seit geraumer Zeit leider ruhen) liegen seit Anfang des Jahres ebenfalls in gedruckter Form vor. Und zwar ebenfalls nicht auf Deutsch (Hallo, Reprodukt!), dafür aber vorbildlich als Hardcover. 

Worum geht es nun bei diesem Superhero Girl? Nun, man kann diese Strips zunächst als Parodie auf Superhelden bzw. -comics lesen. Das macht eine Menge Spaß, auch weil fast jeder Strip für sich allein stehen kann - obwohl (ähnlich wie bei "Calvin & Hobbes") eine mehr oder minder zusammenhängende längere Geschichte erzählt wird. Doch es steckt mehr dahinter. In "Superhero Girl" geht es viel mehr um ein Mädchen (bzw. eine junge Frau) die ihr Leben lebt und meistert wie wir alle, aber eben zufällig ein Superheld ist. Dabei händelt sie Monster aus dem Weltraum ebenso ... ahem ... selbstsicher wie Smalltalk auf einer Party oder die Tatsache, daß der große Bruder ein viel beliebterer Superheld ist. Klingt abgedreht? Ist es auch. Und es ist ein (wie gesagt) Riesenspaß. Lesetip!




Ganz anders, aber auch wieder nicht ist "Nothing Can Possibly Go Wrong". Die Geschichte stammt von Prudence Shen, die Zeichnungen (die sehr an "Friends With Boys" erinnern) von Faith Erin Hicks. Hier geht es um die Freundschaft zwischen Charlie (Kapitän des Basketball Teams) und Nate (dem leicht nerdigen Chefs des Robotertechnik Clubs an der High School). Diese wird auf die Probe gestellt als Gelder der High School von der Schülerschaft selbst verteilt werden sollen. Deren Präsident wird neu gewählt und natürlich will Nate das Geld seinem Club zuschanzen. Charlie wird von seiner Ex und deren Cheerleader Freundinnen (!) als Kandidat aufgestellt um genügend Geld für neue Outfits zu haben. Ein recht absurder Kampf beginnt, wobei Charlie (der gar nicht gewählt werden will) wie ein Ball beim Flipper hin- und hergestoßen wird bis es dem Rektor der Schule reicht. Am Ende müssen sich alle zusammenraufen um bei einem "Robot Rumble" anzutreten und genügend Geld gewinnen, damit alle Wünsche befriedigt werden können. 

Die Geschichte ist ziemlich gut, überzeugt aber nicht in allen Punkten. So hat Charlie noch eine Menge Streß mit seinen geschiedenen Eltern. Dieses Thema taucht immer wieder auf, wirkt aber merkwürdig blaß und wird am Ende auch ein wenig zu schnell abgehandelt. Auch erscheint mir Nate irgendwie zu wenig ein Nerd zu sein (wobei das anderen durchaus gefallen mag, daß hier nicht mit den üblichen Sterotypen gespielt wird). Dafür gibt es aber witzige Einblicke in das amerikanische High School Leben sowie einige gute bis sehr gute Gags, die das Lesen (immerhin 280 Seiten) extrem kurzweilig machen.
Erhältlich beim Online-Versand oder (vielleicht) beim Comichändler des Vertrauens.





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