Donnerstag, 6. Februar 2014

Dieter Nuhr (06.02.2014)

Dieter Nuhr. Der Großmeister der Pause. Der Mann, die nie unter die Gürtellinie schlägt - weil er über dieser Linie immer wieder und immer noch genügend Absurditäten des Lebens findet über die er reden kann. Zuletzt sah ich ihn "live" 2010 und irgendwie schien mir damals ein wenig die Luft raus zu sein. Gar so witzig wie bei früheren Auftritten (unvergessen das Jahr 2008 mit einem unfreiwilligen Co-Star, der seinen Zug nach Köln noch kriegen mußte und dabei an der Bühne vorbeilief und sich quasi bei Dieter Nuhr entschuldigte, was dieser für ein Zwiegespräch sowie anschließende Sticheleien nutzte) war er nicht mehr - oder zumindest kam es mir so vor. 
Nach einer kleinen Pause nun also "Nuhr ein Traum", ein Programm in dem es um positive Dinge gehen sollte. Diese wurden  aber (typisch Nuhr) nur in Nebensätzen abgehandelt, während alle Nörgler und ewig Beleidigten ihr Fett abbekamen. Warum auch muß man ständig meckern? Neu Seeland mag in der PISA-Studie vor uns liegen, aber Einwohner glauben gern, daß Hitler hier nicht mehr an der Macht ist und sich unter dem Namen "Osama Bin Laden" in den Osten abgesetzt hat. Pornofilme hält Nuhr für unrealistisch (was ihn nicht daran hindert ein Drehbuch für einen solchen Film zu verfassen) und angesichts der Tatsache, daß 30 % des Internetverkehrs (man möge mir das Wortspiel verzeihen) auf Porno zurückzuführen sind, wird klar warum die NSA alles ausspioniert: Man möchte da halt mitgucken.


So verschlägt es einen wie Nuhr schnell auf die angenehme Seite des Lebens. Er kann sich Gedanken machen über Sätze wie "Ist deine Mutter schwul, oder was?" (die Jugend stellt noch Fragen, aber den Erwachsenen mangelt es an Antworten) und freut sich, wenn Wissenschaftler mal etwas machen nur weil sie es können (z. B. leuchtende Pflanzen). Schelmisch entlarvt er Zahlenspielereien von Scharlatanen die nicht das Wetter für die nächsten 10 Tage vorhersagen können, aber den Meeresspiegel in cm im Jahr 2100. Gern feuert er eine politisch-religiös- und genderkorrekte Tirade ab um sich dann aber im Wirrwarr der Korrektheiten (absichtlich) zu verirren. Übertriebene Korrektheit geißelt er und freut sich doch über die kleinen Dinge des Lebens, zum Beispiel wenn jemand morgens geduscht hat. So einfach kann das Paradies sein. Und ein Traum muß es auch nicht bleiben. 

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