Mittwoch, 7. Mai 2014

Dieter Goes Hi-Fi

Meinen letzten Plattenspieler habe ich in den 1990ern gekauft. Puh, das ist schon weit über 10 Jahre her. Tatsächlich waren es damals gleich zwei Geräte sowie ein kleines Mischpult (Reloop anyone?). Strikt zum Spaß, ich wollte kein DJ sein (oder werden), dazu verstehe ich auch zu wenig von Tanzmusik oder Musik im allgemeinen. Irgendwann jedoch verflog die Lust am mischen und es blieb ein Plattenspieler in der Wohnung, der Rest wanderte in den Keller. Dieser eine tat nun pflichtschuldig seinen Dienst, aber schließlich dämmerte es mir, daß das Gerät doch nicht so tolle Töne produzierte wie sie von den Musikern mit viel Mühe eingespielt worden waren. 

Was also tun? Als absoluter Novize versuchte ich mich in einem Forum zu informieren, bekam so aber kaum mehr als eine Vorstellung vom Preis für ein vernünftiges Gerät. Also Beratung vor Ort? Auch das wurde im Forum immer wieder gesagt, lieber nicht Online kaufen (schon gar nicht gebraucht). Ja. Also betrag ich mit allem Mut Anfang des Jahres ein hiesiges Fachgeschäft und wurde schnell eines noch besseren belehrt: Mit dem Budget aus dem Forum (zugegeben: mehr oder minder selbst zusammengereimt) war schon was zu holen, aber nicht was ich so wollte. So ein Rega (RP 1) ist zwar schön schlicht, aber jedes Mal den Plattenteller abnehmen wenn ich die Geschwindigkeit ändern möchte? No way! So ein beinharter Brit-Fan bin ich dann auch wieder nicht. 

Man riet mir schließlich zu einem Gerät von Clear Audio (Concept). Noch immer schlicht und schön anzuschauen, aber eben auch mit einem dicken Drehknopf, der sogar 78 rpm erlaubt! Toll, damit kann ich also Schellack-Platten abspielen? Abwarten. Zunächst wurde noch ein Probehören vereinbart. Sowas hatte ich bisher immer als Humbug abgetran, aber auch hier wurde ich eines besseren belehrt. Der Rega klang gut. Sehr gut sogar (nach meiner Laienmeinung). Doch der Clear Audio war dann doch noch hörbar (!) besser. Voller und runder und überhaupt. Einfach ein besserer Klang. Dumm nur, daß er dann auch gleich das doppelte des ursprünglichen Budgets kosten sollte. Das hat dann auch dazu geführt, daß ich etwa zwei Monate haderte und nachdachte. Aber:

Erste abgespielte Platte: "Made In Heaven" (Queen)
Nun steht er da und beeindruckt mich enorm. Ein gewaltiger Unterschied zu früher. Es macht es wieder richtig Spaß Musik auf Vinyl zu hören. Ich weiß gar nicht wieviele Platten die ich seit Ewigkeiten nicht mehr angehört hatte, in den letzten Tagen wieder klingen durften: Spear Of Destiny (Never Take Me Alive), Pete Townshend (Face The Face), Pulp (Babies), Lemonheads (Luka), The Charlatans (Love Is The Key)... und das sind alles nur Schmuckstücke auf 7"... 


Also hat sich die Investition und die lange Bedenkzeit gelohnt? Auf jeden Fall. Bei den guten alten Vinyl-Platten macht der Plattenspieler (bzw. das System) das meiste aus wenn es um den Klang geht. Die besten Lautsprecher oder ein famoser Verstärker nützen kaum etwas, wenn das System für den Ärmel ist. Meine gut 20 Jahre alten Sony-Bausteine funktionieren jedenfalls noch immer, und mit etwas Glück ändert sich daran auch so schnell nichts. Warum auch? Der Verstärker ist zur Zeit das einzige Teil das ein wenig zu tun bekommt. 

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