Mittwoch, 10. August 2016

Das Millionenspiel

Deutschland 1970. Direkt nach der Tagesschau beginnt dieser Film mit der "falschen" Ansagerin... Ein Kandidat spielt um sein Leben und kann eine Million Mark gewinnen. Nach dem Film gibt es tatsächlich Menschen die "Das Millionenspiel" spielen wollen. - Damals eine Utopie (die Ansagerin spricht unter anderem von Gesetzblättern aus dem Jahr 1973!) heute eine interessante Rückschau, die durchaus Bezug zur aktuellen Fernsehlandschaft hat. Menschen spielen zwar nicht um ihr Leben, aber "Big Brother" ist kaum menschenverachtender. - Die einzige wirkliche Schwäche des Films ist die -aus heutiger Sicht- Langsamkeit, aber vielleicht ist man es heute einfach nicht anders gewohnt. Großartig ist dagegen Dieter Thomas Heck, der mit austauschbaren Floskeln modiert als wäre es die "Hitparade" oder "Melodien für Millionen". Die eingestreuten Werbefilmchen (Schönheitswahn und "Sex sells" schon damals!) sind noch ein Sahnehäubchen obendrauf. Fazit: Ein Höhepunkt der Fernsehunterhaltung mit mehr als kritischen Untertönen.

"Das Millionenspiel"
D, 1970
Regie: Tom Toelle

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